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de:nietzsche:briefe:1850-1857:1850-1857

1850-1857

Inhalt

BVN-1850,1

An Erdmuthe Nietzsche in Naumburg

[Pobles, 1. Juni 1850]


Meine gute Großmama!

Heute nur ein par Worte, da meine Mutterchen wenig Zeit hat. Wir sind alle wohl und ich gehe alle Tage in die Schule zum Großpapa in die Stunten. Bleiben Sie auch ale wohl und denken gern an

Ihren Sie
Liebenden
Fritz Nitzsche


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BVN-1850,2

An Franziska Nietzsche in Eilenburg

Naumburg a/S. d. 8. August 1850.


Meine liebe Mutter.

Ich denke recht oft an dich und möchte immer gern wissen wie Du dich befindest; komm ja bald wieder zu uns. Ich bin gesund und munter, habe dich sehr lieb und will seyn

Dein
gehorsamer Fritz.


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BVN-1850,3

An Erdmuthe Nietzsche in Naumburg

[Pobles, Ende Oktober 1850]


Meine liebe Großmamma

Ich habe mich sehr gefreut, als ich gestern ein Briefchen von Ihnen erhielt, und danke Ihnen herttzlich dafür. Wir befinden uns alle bei den guten Großältern wohl und ich werde müch sehr freuen, wenn Sie gute Großmamma oder die guten Tanten noch einmal schreiben, an Ihren Sie liebenden

Fritz Nietsche


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BVN-1851,1

An Franziska Nietzsche in Pobles

[Naumburg, 3. März 1851]


Meine liebe Mutter,

Ich möchte dich gern sp[r]echen aber weil ich nicht bei dir bin muß ich dir ein Briefchen schreiben. Ich freute mich sehr über den Aepfelkuchen, ich danke schön dafür.
     Ich denke immer an dich und an Elisabet, aber schreiben kann ich nicht mehr, denn ich bin müde.

Dein
treuer Sohn
Fritz Nietzsche.


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BVN-1854,1

An Franziska Nietzsche in Eilenburg

Naumburg, den 12 Juli. 1854.


Meine liebe Mamma!

Als wir heute Deine Briefe empfingen, worauf wir mit großer Sehnsucht gehoft hatten, war große Freude, zumal, da Du mir mit geschrieben hattest. Das große Wasser welches bei euch war, hat auch hier in der Umgegend Schaden gethan. Die Krobenmühle, die Wiesen an der Saale, und Techens Grund steht im Wasser, auch hat das selbe viele Häuser baufällig gemacht. An Elischens Geburtstag ging ich bei den herrlichen Morgen mit Augustchen spazieren wobei wir auch ihrer gedachten. Nachmittag nahm Tante Lina mich und Rosalichen mit in die Gemäldeaußtelung, welches mir sehr interesant war und wovon ich dir viel erzählen kann. Abends tranken wir auch Chokolade. Tags darauf war Tante Rikchens Geburtstag wohin ich auch mit Augustchen vor der Schule ging, und überreichte ihr zwei Kirschzweige mit den Worten:
                    Tante Rikchen, Guten Morgen,
                    Zum Geburtstags Morgen!
                    Bei den [dem] Kirschenessen,
                    Magst Du der Sorgen vergessen.
                    Aber deine Liebe,
                    Bitt’ ich daß mir bliebe.
     Nachmittags sollte ein großer Spaziergang gemacht werden, aber da das Wetter so unsicher war blieben die Tanten bei uns und Tante Rikchen hatte alles zu einer Chokolade mitgebracht die Augustchen kochen mußte und wir dann zusammen tranken, auch Onkel Dächsel und die beiden Mienen.
     Nach Pobles werd’ ich wohl nicht, ich bleibe lieber hier. Nun habe ich aber viel geschrieben meine gute Mamma daher lebe wohl, bleibe gesund, grüße Lieschen von mir und denke du mit ihr recht oft

Deines
Sohnes Fritz.

Auch Eugen grüße von mir.


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BVN-1854,2

An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Teutschenthal

[Naumburg, 23. August 1854]


Schlaf wohl meine Mama und Elisabeth, ich bin auch sehr müde, adieu!


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BVN-1855,1

An Edmund Oehler in Angern

[Naumburg, Ende August 1855]


Mein lieber Onckel, ich grüße dich, es thut mir leid daß ich nicht mit schreiben kann, aber meine Mamma denckt, der Brief wird zu schwer. Bald schreibe ich. und bin jetzt Dein dankbarer Fritz.


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BVN-1856,1

An Edmund Oehler in Angern

[Naumburg, kurz vor dem 15. Januar 1856]


Mein lieber Onkel! Ich gratulire dir auch noch zu deinen Geburtstage, und wünsche dir daß du immer recht gesund bleiben mögest. Ein anderes Mal schreibe ich dir mehr, aber ich muß jetzt in die Schule. Lebe wohl, mein lieber Onkel, und behalte lieb

Deinen
Fritz Nietzsche.


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BVN-1856,2

An Elisabeth Nietzsche in Pobles

Naumburg a/S 30/3 [1856]


Liebe Elisabeth.

Da die Mama heute schreiben will so will ich auch ein Briefchen mit beilegen. Vor allen will ich unsre Reise beschreiben. Auf den Wege nach Weissenfels war mir nichts mehr zuwider, als der schneidente Wind, und meine 2 Röcke leisteten mir dafür gute Dienste. Wir kammen fast eine Stunde früher an als der Zug an kam. In der Bahnhof Restauration laß ich die vossische Zeitung, worinn vieles über das keiserliche Kind stund. Es soll drei Ammen und 3 Gouvernanten haben, wovon eine Amme es hat fallen lassen. Sie ist gleich in Ohnmacht gefallen, aber das Kind soll einen kräftigen Schrei wie ein Kind von einen Jahr gethan haben. Auch sind ihm schon zwei Orden gegeben: Das Kreuz der Ehrenlegion und den Militärisch. Meine Mamma ließ sich eben ein Glas Zuckerwasser geben, als der Zug ankam. Wir aßen schnell die Stückchen Zucker und wollten fort, aber ein Kellner hielt uns noch auf indem er um Geldwechseln bat, wir konnten uns nicht ausgleichen, bis er uns endlich nocheine Zuckerbrezel gab. Fast fanden wir keinen Platz mehr, aber in einen Wagon wurden wir untergebracht. Viele Bekannte waren darinn, als Mine und Eduart, welche wir zwar nicht sehn konnten, Herr Pastor Wimmer, der Suprindent aus Freiburg. In Naumburg angelangt, fuhren wir mit Bocher herein. Wie wir an die Hausthür kämmen standen schon Rosalchen, Mine, und Ottos da und freuten sich sehr, unsrer Wiederkehr, aber die Großmama meinte es wäre doch ihr sehr lieb wenn Du da wärest. Nun es wird dir aber doch sehr auch in Pobles gefallen denn es ist ja so sehr hübsch dort. Du spielst wohl recht oft Ball und wenn Du wieder komst schlägst du besser als ich. Ich erfuhr gleich, daß Wilhelm sehr krank sei, er hat ein reumatisches Fieber. Ich wollte ihm eine Apfelsine bringen, wurde aber nicht zugelassen. Da ging ich zu Gustav welcher sich sehr über das Mauernpapier freute, er dankt dir noch recht viele Mal und er bewundert sehr die Wohlfeilheit in Magdeburg. Mein Schulplan ist sehr geändert, denn meine Stunden gehn um 7 an. Ich habe mit den Soldaten noch nicht gespielt, werde es aber bald thun. Ich wünsche sehr oft auch in Pobles zu sein, und danke recht viele Mal den Großeltern, für den hübschen Aufenthalt. Grüße sie recht viele Mal so wie die Onkel Edmund, Theobald, Oskar auch die Tanten. Werde recht gesund und schreibe recht oft

an deinen Bruder
Friedrich Wilhelm Nietzsche.


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BVN-1856,3

An Elisabeth Nietzsche in Pobles

[Naumburg,] den 27 April [1856]


Meine Elisabeth!

Auch ich will noch ein paar Zeilen schreiben und mich erkundigen wie du angekomen bist. Nun du wirst mir gewiß darüber, wie über dein Spielen und Treiben bald recht genaue Auskunft geben. — Mir geht es recht gut, und der Gedanke an unser Logis beschäftigt mich fortwährend. Ich habe es heute mit Mamma und Tante sehr genau angesehen. Das Haus sieht von außen wie von ihnnen [innen] sehr hübsch aus. Geht man die Treppe hinauf, so kommt man in das gute Zimmer von welchen ein paar Stufen in das manzard Zimmer führen. Mein Stehpult ist sehr hübsch, und der Bücherschrank soll hinterdasselbe gestellt werden: Das folgende Zimmer ist ein Schlafzimmer, wo vielleicht ich allein schlafen muß. Ich fürchte mich aber gar nicht, da daneben du und die liebe Mamma schlafen und da ich auch 3 Stück Stoßdegen zu Waffen habe. Daß klingt dir gewiß ganz schrecklich, aber die Degen sind ungeschliffen, damit man fechten lernen soll. — Wilhelm kann jetzt 10 Schritte allein gehn, dann muß er sich setzen. Pinders lassen dich vielemals grüssen. Gretchen und Sophie waren krank, lassen dir aber sagen, sie hätten ganz erschrecklich geweint, so, daß die Stadt bereits unter Wasser stände [stünde]. Grüße Großpapa Großmama, die Onkel die Tante, deine Gespielinnen, die Tauben und Putschken mit den Hämmelchen. Lebe wohl, bleib gesund, schreibe bald, denke oft, grüße alle, behalte Lieb

Deinen Fr. W. Nietzsche
seiner Hochehrwürden Bruder.


     B.N. Grüße ja recht sehr schön den lieben Großpapa und die liebe Großmama, damit sie mich nicht bei der Kirmeß vergessen.
     Geschrieben den 27 April, den Sonntag Rogate, Abends um 9 Uhr.
     Es ist aber Schlafzeit, besonders wenn………..


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BVN-1856,4

An Gustav Krug in Naumburg (Briefentwurf)

[Schönefeld, Anfang August 1856]


Lieber Gustav!

Ich hatte dir versprochen einmal zu schreiben aber ich schreibe nicht von Pobles, sondern von Altschönfeld bei Leipzig und bin so mitten in die Leipziger Schlacht hineingekommen. Aber ich muß dir erst noch berichten, wie ich mich in Pobles befand. Sehr viel Kirschen habe ich gegessen, und die Onkels haben mir auch mehrere Sonaten von Beethoven vorgespielt von welchen mir die as dur Sonate sehr gefiel. Auch haben sie die zweite Simfonie vierhändig gespielt. Nun bekommen wir eines Tags einen Brief von Madam Ehrenberg und von meinen Feodor, durch welchen sie meldeten, daß meine Mamma während einer Badreise des Herrn und Madam Nitzsche (nicht Nietzsche) dort in einen Sommerlogis Haus halten sollte. Wir reisten den Mittwoch ab und kammen um Mittag dort an. Es ist wunderhübsch dort ein sehr großer Garten mit Schaukel und einen Thurm so wie einen baumreichen Park, auch ein Pianeforte für 600 Thaler. Ich will dir nun einmal den Tageslauf von mir beschreiben: Frühmorgens essen wir unser Frühstück: Cacao und Franzbrödchen. Dann gehn wir in den Garten und spielen allerhand Spiele. Dann arbeite ich, worauf ich Klavier spiele. Dann Nachmittag bade ich mich und zwar in einen besondern Badehause. Es wird nämlich vermittels ein[er] Röhre Wasser inn ein[e] aus weisen Steinen in die Erde gemauerte Wanne gebracht. Eine Röhre versorgt uns auch mit warmen Wasser. Im Ganzen ist es wunderhübsch. Nach dem Abendessen gehn wir in den Park, worinn wir (nämlich auser uns 3 Mädchen und 1 Knabe von 7 Jahren) Blinderkuh Räuber und andre Spiele spielen. Der Herr Direcktor hat mir noch 2 Woche[n] Ferien gegeben. In Leipzig habe ich mir auch in der Clemmschen Musicalien Handlung die Gdur Sonate op. 49 [op. 79] von Beethoven gekauft. Wie stehst mit den Arrangiren einer Ouvertüre


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BVN-1856,5

An Franziska Nietzsche in Schönefeld

[Naumburg, Ende August 1856]


Meine liebe
liebe Mama!

[Nun ist eine] Woche vorüber, und die andre angefangne [wird eb]enso, nur mit den Unterschied daß ich dich im[mer] mehr erwarte, verfließen. Ich habe mich sehr über [De]inen Brief gefreut nur hättest du liebe Mama [D]ich nicht so sehr ängstigen sollen. Da es blos von einer [n]icht fertigen sauren Milch herrühre. Aber liebe Mamma schreibe mir ja ganz genau wenn Du komst damit sich Mine mit den Scheuern einrichten kann. Ich habe mit Pinders schon mehere Partien gemacht und auch schon einmal bei ihnen gegessen. Einen neuen Thaler habe ich mir von der Tante geben lassen, denn der Alte geht seinen Ende entgegen. Es stimmt auch alles wie ich es aufgeschrieben bis auf einen Dreier. Mein Brod und Butter sind recht gut und aus diesen Grunde esse ich öfters den Abend nichts anders als Butterbrod. — Krugs sind noch nicht wieder da, aber die Großmama Pinder hat einen Brief erhalten worinn stehet, das Gustav Ernst und Herr Rath eine Partie auf die Schneekoppe gemacht haben, dort oben ein furchtbares Gewitter angetroffen haben und so mitten in der Wolken eine halbe Stunde im fürchterlichsten Regen stehn müßen. Das mach eine angenehme Partie gewesen sein! Ich dachte du würdest mich vorigen Sonntag besuchen aber es ist wohl nicht gegangen. Nun desto mehr erwarte ich dich auf nächsten Montag. Noch hätt[e ich dir mit]zutheilen daß die Tanten nur [ + + + ] mir gerathen wegen der schlechten Augen [ + ] Kornbrantwein oben über den Auge täglich [ + ] Sage deine Meinung dazu? Nun lebe wohl [,grüße Elisa]bethchen, den kleinen Karl, alle Mädchen, [Herrn] Schnap, und behalte lieb Deinen

völlig gesunden
Fritz.


     Nota. die Frau Pastorin läßt dich viele mal grüßen. Da sie wohl nicht mitschreiben wird.
     Vergiß nicht die es dur Sonat. opus 7. in der clemmschen Musicalienhandlung, aber frage lieber noch einmal Herrn Schnap darüber ob er nicht noch eine passendre wüßte!

Dein Fritz.


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BVN-1857,1

An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Eilenburg

Naumburg den 20 Aug. [1857]


Liebe Mamma!

Lange schon habe ich dir für deinen ersten lieben Brief danken wollen; da bekam ich gestern noch einen zweiten. Nun will ich aber auch heute gleich schreiben. Ich denke recht oft an dich und freue mich sehr daß Du den Montag kommst. Doch ich habe es sehr gut bei der Tante und Frau Pastorin. Bei Rosalien esse ich jetzt sowohl Mittag als Abend. —
     Mittwoch vor 8 Tagen bin ich hier angekommen ganz wohl und gesund und es war in Pobles sehr hübsch. Ein sehr starkes Gewitter haben wir dort erlebt. In Sela[u] brannte eine Wohnung Scheune und Stall ab. Wir konnten das ganze Feuer sehen. Hier haben wir noch keins erlebt, aber haben jetzt rechte nasse Tage. Ich wünsche dir zu deiner Ankunft recht gutes Wetter, obwohl du nicht viel gehen wirst. — Gestern war ich zu der Frau Geheimerräthin Lepsius eingeladen und war mit der Tante dort. Es war sehr hübsch, und sie läßt dich noch viele Mal grüßen. — Gebadet habe ich erst zweimal und ich werde auch wohl nicht mehr: Es ist zu kühl. Du befindest dich nach Deinen Briefe recht wohl und Elisabeht auch, badet täglich und seit viel in Garten. Das freut mich sehr und ich wünsche daß ihr auch so gesund ankommen möget. Ich habe nun nicht mehr lange zu warten, daß ich meine liebe Mama und Elisabeth wieder sehe und deßwegen will ich nicht mehr schreiben. Noch viele Grüße von Frau Pastor Haarseim Tante Rosalien, Tanten Daechsels und ich verbleibe in freudiger Erwartung auf baldiges Wiedersehn

Dein Dich innig liebender Sohn
Friedrich W. Nietzsche.


     Liebe Elisabeht! Ich danke dir noch viele Mal für Deinen lieben Brief, wußte aber nicht wo das Bad was du beschriebst war, ob Ehrenberg-Eigenthum oder Flußbad wie in Naumburg. — Deine Wiege ist besorgt die Stelzen noch nicht weil ich bis jetzt nicht weiß, wo sie stehen. — Wir werden uns nun bald wiedersehen und zusammensein. Deßhalb nimm mit diesen wenigen Worten fürlieb und komm recht gesund in Naumburg an bei

Deinen dich liebenden Bruder
Fritz Nietzsche.


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BVN-1857,2

An Wilhelm Pinder in Heringsdorf

[Naumburg, Ende August 1857]


Lieber Wilhelm!

Doch noch eimmal wollte ich dir schreiben, ehe Du vom Ufer des Meeres zurückkehrst. Denn wie lange sind wir schon getrennt und haben uns nicht gesehen! Wie ich gehört habe, befindest Du dich mit Deiner lieben Mamma recht wohl. Es wird dir gewiß sehr dort gefallen und oft wünschte ich, bei dir zu sein. Ich freue mich schon darauf, wenn du mir alles recht genau erzählen wirst. Ich habe jetzt auch wieder einige Zeit lang allein gelebt während die Mamma mit Elisabeth sich in Eilenburg aufhielt. Da habe ich oftmals an Dich gedacht und dich sehr entbehrt. Deine Arbeiten habe ich an Hr. D. Silber abgegeben. Er lobte deßhalb dich vor der ganzen Klasse sehr. Die mündliche Privatarbeit ist bis jetzt noch nicht darangekommen, auch den Hannibal haben wir nicht abgeben müssen. Den Dion habe ich nun vollendet und fange den Chabrias an. Im Alcibiades sind wir bis zu den 7ten Cap. gekommen. Überhaupt haben wir jetzt immer genug zu thun, und ich kann keine Zeit auf unsre Pläne verwenden. Du wirst dich gewiß auch lieber im freien aufhalten. Komm nur recht gesund wieder zurück, dann wollen wir uns viel erzählen, jetzt aber wollen wir recht an einander gedenken und uns lieb behalten. Dieses wünscht

Dein dich liebender
Fritz Nietzsche.


N.B. Eben trägt mir noch die Mamma herzliche Empfehlungen an Deine liebe Mamma und dich auf.


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BVN-1857,3

An David Ernst und Wilhelmine Oehler in Pobles

Naumb. a/S den 1. Nov. [1857]


Liebe Großeltern!

Für Euer schönes Geschenk Euch besonders zu danken, lasse ich mir nicht nehmen. Ich habe mich sehr darüber gefreut, bin aber noch im Zweifel, ob ich es in die Sparbüchse thue, oder zu einen Lieblingswunsch anwende. Auch danke ich Dir, liebe Großmamma, noch für den lieben Brief mit den herzlichen Wünschen, welcher mich sehr erfreut hat. Meinen Geburtstag habe ich sehr hübsch verlebt, nur etwas ruhiger als gewöhnlich. Wir hatten nämlich die Feier aufgeschoben, weil Wilhelm Pinder noch unwohl war, jetzt aber sich schon sehr gebessert hat. Auch wurde der Tag wegen Krankheit unsers lieben Königs auch so stiller gefeiert. Doch habe ich aber sehr viel bekommen. Die Mamma beschenkte mich mit einen Bilde Eilenburg (welches in meinen kleinen Cabinet über den Pulte hängt) einer Weste, einen Schirm, Schreibebüchern in großen und kleinen Format, Elisabeth mit Notenpapier, Wilhelm und Gustav mit Sonaten von Beethoven, Tante Rosalchen mit Kuchen, Weihntrauben, Nüssen, Birnen, Aepfeln die Tanten Daechsels mit zwei Thalern, Torte und Weintrauben. Zu Mittag war Tante Rosalchen bei uns und wir verzehrten mein Leibgericht, tranken Wein auf mein und des Königs Wohl und waren sehr froh. Dann gingen wir mit Tante Riekchen und Lina spazieren. Ich will aber nun schliesen, da ich noch ungemein zu arbeiten habe. Ich grüße Euch, liebe Großeltern nebst Onkels und Tanten herzlich und verbleibe

Euer Euch innig liebender Enkel
Fr. W. Nietzsche.


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de/nietzsche/briefe/1850-1857/1850-1857.txt · Last modified: 2017/02/11 09:05 by babrak