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de:nietzsche:briefe:1850-1857:bvn-1857_1

BVN-1857,1

An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Eilenburg

Naumburg den 20 Aug. [1857]


Liebe Mamma!

Lange schon habe ich dir für deinen ersten lieben Brief danken wollen; da bekam ich gestern noch einen zweiten. Nun will ich aber auch heute gleich schreiben. Ich denke recht oft an dich und freue mich sehr daß Du den Montag kommst. Doch ich habe es sehr gut bei der Tante und Frau Pastorin. Bei Rosalien esse ich jetzt sowohl Mittag als Abend. —
     Mittwoch vor 8 Tagen bin ich hier angekommen ganz wohl und gesund und es war in Pobles sehr hübsch. Ein sehr starkes Gewitter haben wir dort erlebt. In Sela[u] brannte eine Wohnung Scheune und Stall ab. Wir konnten das ganze Feuer sehen. Hier haben wir noch keins erlebt, aber haben jetzt rechte nasse Tage. Ich wünsche dir zu deiner Ankunft recht gutes Wetter, obwohl du nicht viel gehen wirst. — Gestern war ich zu der Frau Geheimerräthin Lepsius eingeladen und war mit der Tante dort. Es war sehr hübsch, und sie läßt dich noch viele Mal grüßen. — Gebadet habe ich erst zweimal und ich werde auch wohl nicht mehr: Es ist zu kühl. Du befindest dich nach Deinen Briefe recht wohl und Elisabeht auch, badet täglich und seit viel in Garten. Das freut mich sehr und ich wünsche daß ihr auch so gesund ankommen möget. Ich habe nun nicht mehr lange zu warten, daß ich meine liebe Mama und Elisabeth wieder sehe und deßwegen will ich nicht mehr schreiben. Noch viele Grüße von Frau Pastor Haarseim Tante Rosalien, Tanten Daechsels und ich verbleibe in freudiger Erwartung auf baldiges Wiedersehn

Dein Dich innig liebender Sohn
Friedrich W. Nietzsche.


     Liebe Elisabeht! Ich danke dir noch viele Mal für Deinen lieben Brief, wußte aber nicht wo das Bad was du beschriebst war, ob Ehrenberg-Eigenthum oder Flußbad wie in Naumburg. — Deine Wiege ist besorgt die Stelzen noch nicht weil ich bis jetzt nicht weiß, wo sie stehen. — Wir werden uns nun bald wiedersehen und zusammensein. Deßhalb nimm mit diesen wenigen Worten fürlieb und komm recht gesund in Naumburg an bei

Deinen dich liebenden Bruder
Fritz Nietzsche.


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de/nietzsche/briefe/1850-1857/bvn-1857_1.txt · Last modified: 2015/09/02 18:23 (external edit)