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Aphorisms -- in context.

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de:nietzsche:briefe:1850-1857:bvn-1857_2

BVN-1857,2

An Wilhelm Pinder in Heringsdorf

[Naumburg, Ende August 1857]


Lieber Wilhelm!

Doch noch eimmal wollte ich dir schreiben, ehe Du vom Ufer des Meeres zurückkehrst. Denn wie lange sind wir schon getrennt und haben uns nicht gesehen! Wie ich gehört habe, befindest Du dich mit Deiner lieben Mamma recht wohl. Es wird dir gewiß sehr dort gefallen und oft wünschte ich, bei dir zu sein. Ich freue mich schon darauf, wenn du mir alles recht genau erzählen wirst. Ich habe jetzt auch wieder einige Zeit lang allein gelebt während die Mamma mit Elisabeth sich in Eilenburg aufhielt. Da habe ich oftmals an Dich gedacht und dich sehr entbehrt. Deine Arbeiten habe ich an Hr. D. Silber abgegeben. Er lobte deßhalb dich vor der ganzen Klasse sehr. Die mündliche Privatarbeit ist bis jetzt noch nicht darangekommen, auch den Hannibal haben wir nicht abgeben müssen. Den Dion habe ich nun vollendet und fange den Chabrias an. Im Alcibiades sind wir bis zu den 7ten Cap. gekommen. Überhaupt haben wir jetzt immer genug zu thun, und ich kann keine Zeit auf unsre Pläne verwenden. Du wirst dich gewiß auch lieber im freien aufhalten. Komm nur recht gesund wieder zurück, dann wollen wir uns viel erzählen, jetzt aber wollen wir recht an einander gedenken und uns lieb behalten. Dieses wünscht

Dein dich liebender
Fritz Nietzsche.


N.B. Eben trägt mir noch die Mamma herzliche Empfehlungen an Deine liebe Mamma und dich auf.


Ähnlichkeiten mit Aphorismen von Nietzsches

Ähnlichkeiten mit Aphorismen von anderen

Wissenschaftliche Auslegungen

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de/nietzsche/briefe/1850-1857/bvn-1857_2.txt · Last modified: 2015/09/02 18:23 (external edit)