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de:nietzsche:briefe:1858:bvn-1858_16

BVN-1858,16

An David Ernst Oehler in Pobles

[Pforta, 7. November 1858]


Lieber Großpapa!

Verzeihe, daß ich erst heute dir für Deine Glückwünsche und den Thaler zu meinem Geburtstag danke. Schon längst hatte ich vor, dies zu thun. Aber du glaubst nicht, wie genau unsre Zeit ausgefüllt ist und ist einmal ein Augenblick leer, so muß ich nach Naumburg an die Mamma schreiben, da mir noch manches Nothwendige fehlt. — Wie ich gehört habe, ist die Großmamma in Naumburg geweßen und es hat mir sehr leid gethan, sie nicht sehen zu können. Nun, ich vertröste mich auf die liebe Weihnachtszeit; ein paar Tage bin ich doch vielleicht, wenn ihr es erlaubt, in Pobles. — Bis jetzt befinde ich mich in Pforta ganz wohl; an die Ordnung und Einrichtungen muß man sich freilich sehr gewöhnen. Sehr angenehm ist mir, daß ich alle Sonntage wenn auch auf kurze Zeit in Naumburg seien kann; es giebt ordentlich Muth, wenn man in der Woche an den lieben Sonntag denkt. Nun, ich hoffe, mit der Zeit wird mir Pforta sehr gefallen, vielleicht aber [am] meisten, wenn ich mich einmal meines Pförtner Alumnenlebens errinnere. — Leider habe ich keine Zeit mehr; ich muß nun schließen. Mit vielen Grüßen an die liebe
     Großmamma, Tanten und Onkels

verbleibe ich
Dein Fritz.
Nietzsche.


Ähnlichkeiten mit Aphorismen von Nietzsches

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de/nietzsche/briefe/1858/bvn-1858_16.txt · Last modified: 2015/09/02 18:23 (external edit)