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de:nietzsche:briefe:1858:bvn-1858_27

BVN-1858,27

An Wilhelm Pinder in Naumburg

[Pforta, 8.—11. Dezember 1858]


Lieber Wilhelm!

Verzeih, daß ich dich so lange mit meinem Brief habe warten lassen; aber es fand sich auch wirklich keine Zeit dazu. Nun ist ja die schöne Zeit nicht mehr fern; nächsten Mittwoch über 8 Tage bin ich ja in Naumburg. Es werden uns Beiden diese wenigen Tage recht lang erscheinen. Denn die große Erwartung und Hoffnung! Du bist doch hoffentlich bei deinen Wünschen geblieben? Ich bin es, nur mit Entfernung der Töpferschen Novellen. Nun, Weihnachten wollen wir uns gehörig unterhalten und uns recht genießen; ich freue mich sehr darauf. Ich werde wahrscheinlich Mittwoch früh um 8 Uhr ankommen; vielleicht auch früher. — Ich bin nun schon zwei Mal mit Privatlecktüre bei Dr. Becker geweßen. Auch schon zwei Mathematische Docimastica haben wir geschrieben; im ersten hatte ich 2b—III, das zweite bekommen wir erst zurück. — In der brandenburgischen Geschichte müssen wir derb lernen; Montag ist Generalrepetition von den Uranfänger bis zu Friedrich den Großen (inclusive) und alles ziemlich genau. Hat bei euch das Arbeiten wieder etwas nachgelassen oder ist es immer noch so arg? Ich glaube wirklich, Du hättest in Pforta mehr freie Zeit zum Spazierengehn. die Eintheilung des Tages halte ich für sehr gut. Schreib mir doch recht bald einmal! Du machst mir immer große Freude damit. Ich habe leider nicht mehr Zeit. Grüße deine lieben Eltern und Geschwister vielemal!
     Adieu, lieber Wilhelm!

Semper nostra manet amicitia!

Dein Fritz.


Ähnlichkeiten mit Aphorismen von Nietzsches

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de/nietzsche/briefe/1858/bvn-1858_27.txt · Last modified: 2015/09/02 18:23 (external edit)