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Aphorisms -- in context.

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de:nietzsche:briefe:1859:bvn-1859_10

BVN-1859,10

An Franziska Nietzsche in Naumburg

[Pforta, 27. Februar 1859]


Liebe Mamma!

Heute, Sonntag Abend, will ich dir noch ein paar Worte schreiben; Ich bin ganz gut nach Pforta gekommen, habe mir von Reinhardts das Chokoladenpulver nicht geholt sondern von Heiniz. Es ist aber gar zu schlecht; das Reinhard’sche ist Zucker dagegen. — Du meinst, Hr. Regierungsrath Lepsius werde mich vielleicht besuchen? Bleibt er denn in Naumburg einige Tage? Es wäre sehr hübsch, wenn ihr. zu den Konzert kämet. Es ist von 5—7 Uhr und wir könnten uns lange sprechen. Schikt mir nun meine Kiste; ich muß euch meine schwarzen Hosen auf jedem Fall schicken und sie vor Sonntag wieder haben. Ihr müßt ein Stück Zeug einsetzen lassen. Sie sind zu zerrissen und reißen immer weiter. — Nun ich freue mich schon auf Fastnächten; da wollen wir’s uns gemüthlich machen; ihr kommt doch hoffentlich heraus; wir können uns unterhalten; haben den ganzen Tag keine Lektionen und sehen zwei Abende Theater. Vielleicht schikt ihr mir auch eine Freßkiste. Großen Spaß würde mir ein einfacher Kuchen, wie du ihn so hübsch machen kannst, bereiten. Wo war denn der Onkel eigentlich heute? Ich habe ihn recht lange nicht gesehen. Ich wünsche Lisbeth rechte schnelle Gesundheit; denn so ein steifer Hals ist sehr unangenehm. Ich danke der Tante noch für die Aepfel, die mir sehr gut schmeckten. Nun lebe wohl! Schreibe und schicke recht bald an Deinem

Fritz Nietzsche.


Ähnlichkeiten mit Aphorismen von Nietzsches

Ähnlichkeiten mit Aphorismen von anderen

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de/nietzsche/briefe/1859/bvn-1859_10.txt · Last modified: 2015/09/02 18:23 (external edit)