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Aphorisms -- in context.

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de:nietzsche:briefe:1859:bvn-1859_36

BVN-1859,36

An Franziska Nietzsche in Naumburg

[Pforta, vermutlich 20.—23. Juni 1859]

Liebe Mamma!

Ich habe euch jetzt recht lange nicht geschrieben; aber im Sommer hat man keine einzige Selbstbeschäftigungsstunde, alles Repetirstunden. Die kleine Schachtel habe ich empfangen und mich sehr über ihren Inhalt gefreut. Die Kirschen werden uns schon auser der Hitscheken von ein[er] Oebsterin angeboten, die auf der Windlüke wohnt und jene Bude dort hat. Sie sind schon recht schön und werden immer billiger. — Ueber das Konzert von neulich will ich nur noch hinzufügen, daß mir die Chöre aus Faust und ein Duett von Mendelsohn am meisten gefallen haben. Ich war wieder mit bei den Chorus betheiligt. — Die so nahen Ferien sind jetzt glänzende Hoffnungssterne, nach denen man immer blikt. Nächsten Freitag bin ich also hoffentlich bei euch. Diesen Sonntag sehen wir uns doch wieder in Almrich? Soll ich Krämer mitbringen? — Ueberlege es dir ja mit dem Konzert in Halle. Ich würde allerdings ungemein gern es hören. — Schreibe mir doch ja recht genau. Ich bekomme überhaupt nicht viele Briefe, auch von Wilhelm warte ich längst auf einen. Dr. Euler muß heute fort und Prof. Buchbinder in 3 Wochen. die Lektionen (geschichtlichen) übernehmen Prof. Korsen, die griechischen Dr. Franke und Be[c]ker. Wie steht es jetzt mit dem Truppentransport? Es sollen ja wohl von Freitag an nur zwei Züge gehen, alle andern aber mit Soldaten. Schreibe mir ja noch vor Sonnabend. Lebe recht wohl!
     Viele Grüße!

Dein FWN.


Ähnlichkeiten mit Aphorismen von Nietzsches

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de/nietzsche/briefe/1859/bvn-1859_36.txt · Last modified: 2015/09/02 18:23 (external edit)