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Aphorisms -- in context.

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de:nietzsche:briefe:1859:bvn-1859_44

BVN-1859,44

An Wilhelm Pinder in Naumburg

[Pforta, 22. August 1859]


Lieber Wilhelm!

Endlich — wirst du sagen; es hat auch wirklich lange gedauert, ehe ich wieder ein Lebenszeichen von mir gebe. Entschuldige nur ja, lieber Wilhelm, aber die ersten Wochen nach den Ferien sind immer etwas mit Arbeiten besäet und ich habe wenig freie Zeit. — Nun, wie geht es dir jetzt? Wohnt ihr noch immer in der Gartenwohnung? — Ich habe mir etwas ganz hübsches vorgenommen; wollen wir nicht in den Michaelistagen eine Parthie zusammen machen? Du kämst da vielleicht den ersten Ferientag nach Pforta recht hübsch früh, natürlich Vormittag, gingen dann zusammen nach der Rudelsburg und Saaleck, essen dann auf der Katze zu Mittag und wanderten dann wieder wer weiß wohin, so daß wir Abends wieder nach Naumburg kämen? Es wäre doch wunderhübsch. Wir sprechen uns jedenfalls darüber noch einmal. — Wie geht es dir jetzt in der Klasse? Von unsern Leben kann ich dir nur erzählen, daß neulich die Schwimmfahrt war, die ein hübsches Stück unterhalb des Fischhauses anfing und in der Schwimmanstalt endigte. Sie dauerte fast eine Viertelstunde — ich habe sie aber ganz glücklich überstanden. Wir marschirten dann alle mit rothen Schwimmmützen unter lustiger Musik nach Pforta zurück. — Heute ist wenn das Wetter gut bleibt Bergtag; hoffentlich wirst du schon davon gehört haben. Es wäre zu hübsch wenn du vielleicht mit Gustav dawärst. Nun Hoffnung läßt nicht zu Schanden werden. Schreibe mir ja recht bald und vergilt mein Zögern nicht mit gleichen Stillschweigen. Was soll ich mir zum Geburtstag wünschen?

Recht baldige Antwort wünscht

Dein Fr[eund] F. N.
Semper nostra amicitia
manet!


Ähnlichkeiten mit Aphorismen von Nietzsches

Ähnlichkeiten mit Aphorismen von anderen

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