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de:nietzsche:briefe:1859:bvn-1859_48

BVN-1859,48

An Franziska Nietzsche in Naumburg

[Pforta, 8. September 1859]


Liebe Mamma!

Ich danke vielemal für alles empfangne; der warme Kacao war mir heute Morgen recht wohlthuend. Er will sich nur immer nicht ordentlich auflößen. —
     Krämer ist nun fort; gestern morgen hielten sie in dem Betsaal ihre Abschiedsreden und um 1 Uhr kamen die zwei Extraposten, vierspännig mit zwei Vorreutern. Das Einsteigen dauerte sehr lange, da sie erst alle Abschied nahmen. Krämer war sehr bewegt; besonders mochte ihm Prof. Buddensieg das Herz weich gemacht haben. Er läßt euch noch vielemal grüßen. —
     Nachmittag war Sängerfahrt, Um drei gingen wir nach der Rudelsburg; das Wetter war trotz etwas Regen ganz geeignet. Oben habe ich Bruderbrod und famosen Limburger gegessen; das machte die Kehle zum Singen recht geschmeidig. Wir haben ziemlich viel gesungen besonders auf dem Rückweg wo alle Damen mitsangen und Prof. Korsen furchtbare Witze machte. —
     Krämer hat mir die Kuchenschachtel übergeben; ich schike sie dir zurück. Mein alter Rock und meine alte Weste sind aber beide in etwas desoluten Zustand, da vorn die Naht aufgegangen. — Es wird jetzt schon recht kühl; wenn man so den Morgen um 5 aufsteht und um 6 in die Klasse geht, ist mir’s ganz ungemüthlich. Schicke mir doch ein schwarzes Halstuch oder Schlips wie das fabelhafte Wort heißt. Nun lebe wohl, schreibe recht bald wieder an deinen

FW.


     Grüße alle vielemals!

Wie stehts zu meinem Geburtstag?
?

     Ein Hemd folgt.
     Ebenso zwei Servietten, Rock und Weste.


Ähnlichkeiten mit Aphorismen von Nietzsches

Ähnlichkeiten mit Aphorismen von anderen

Wissenschaftliche Auslegungen

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de/nietzsche/briefe/1859/bvn-1859_48.txt · Last modified: 2015/09/02 18:23 (external edit)