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de:nietzsche:briefe:1859:bvn-1859_50

BVN-1859,50

An Franziska Nietzsche in Naumburg

[Pforta, 22. September 1859]


Liebe Mamma!

Nach dem gestrigen Besuche muß ich dir heute doch noch schreiben. Es [ist] mir nämlich das Malheur passirt daß meine schwarze gute Hose zerissen ist. Du kennst wohl schon die wilden Feierlichkeiten des Examenmanns. Ich hatte die Hosen des Examens wegen noch an, stürzte hin und sie platzten auf dem Knie. Ich möchte sie dir nun gern schicken, kann aber nicht da mir die Kiste fehlt. Sonntag werde ich nun wahrscheinlich nicht kommen können. Ich werde überhaupt auch die Klassenparthien deßhalb nicht mitmachen können, da meine andren Hosen
     (Turn) durch Blutflecke am Knie entstellt sind und meine alten schwarzen zerissen. Das ist doch rechte Hosennoth! Wenn sie nur nicht gerade in diese Spaziergangzeit fiele! —
     Wollt ihr nicht vielleicht Wihlelm [Wilhelm] davon benachrichtigen, daß ich die Parthie sehr gern mitmachen würde und zwar Freitag d. 30 Sept.. Er möchte sich nur recht, recht früh in Pforta einfinden. —
     Also, schikt mir die Kiste bald und besorgt mir dann eiligst die Hosen. Sonntag geht es also nicht mit Almrich; ich muß also in Pforta bleiben.

Dein Fritz.


     Meine Examenarbeiten, (wenn es dich oder den Onkel vielleicht interressirt), sind folgendermasen ausgefallen:
                    Lat. Docimasticon I
                    Griech. Docimasticon IIa—IIb
                    Math. Docimasticon IIb
                    Deutsche Arbeit Ib
                    Lat. Verse. Ib
     Nun, Sonnabend bin ich glücklicher Obertertianer! — Schicke mir doch ja Geld zu der Parthie mit Wilhelm, etwa 10 Sgr. Bitte!


Ähnlichkeiten mit Aphorismen von Nietzsches

Ähnlichkeiten mit Aphorismen von anderen

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de/nietzsche/briefe/1859/bvn-1859_50.txt · Last modified: 2015/09/02 18:23 (external edit)