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de:nietzsche:briefe:1859:bvn-1859_57

BVN-1859,57

An Franziska Nietzsche in Naumburg

[Pforta, 3. Oktober 1859]


Liebe Mamma!

— Meinem Versprechen zufolge schreibe ich dir heute am Montag. Ich bin gestern Abend eine Stunde zu früh in Pforta angekommen; es waren während dieser Tage hundert abwesend. Nun, das ist der letzte Brief den ich an euch nach Naumburg sende. Ihr dürft aber gar nicht denken daß ich da noch traurig Abschied nehmen will; der Brief würde dir (glaube ich,) dann eher unlieb sein. Ich freue mich nur noch daß wir diese drei Tage zusammen verlebt haben und danke noch viele mal. — Wenn bekomme ich nun meine Kiste? Vergiß nur ja nicht alles hinein zu packen. Heute ist Reception; der Pastor Oßwald ist da und wollte dich besuchen. — Wenn du in Gorenzen angekommen bist, grüße den Onkel viele mal von mir; ich wünsche euch allen eine recht glückliche Reiße, bleibt dort recht gesund und gebt mir häufige Nachricht. Nun lebt recht, recht wohl! Ich habe leider heute Morgen keine Zeit zum langen Briefschreiben. Grüße noch Lisbeht vielemals, Onkel und Tanten! Aber nicht wahr? Sobald ihr dort seid schreibst du mir über den Empfang.
          Es giebt im Menschenleben Augenblicke
          Wo wir vergessen daß wir einen Punct
          Im unermessnen Weltall nur bewohnen. !
Glück zu!

Dein FrWN.


Schicke mir einen
          Theelöffel
Siegelack-Oblaten
          Ein Messer
          Messias
          Cacao
          Wäsche.
          Streichhölzer.
          Rosenstahlfedern
          Schlittschuh


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de/nietzsche/briefe/1859/bvn-1859_57.txt · Last modified: 2015/09/02 18:23 (external edit)