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de:nietzsche:briefe:1864:bvn-1864_20

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 +====== BVN-1864,20 ======
 +==== An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg ====
  
 +<WRAP right>​[Pforta,​ 28. Mai 1864]\\
 +Sonnabend.</​WRAP>​\\
 +
 +Liebe Mamma.
 +
 +Nicht wahr, der Käfig kommt und der Vogel, der ersehnte Vogel ist nicht drin? Und Mamma ist darob böse? Sieh, das war nun so. Kiste und Kistchen standen neben einander, wie Tante und Nichte, die eine mit sehr viel schmutziger Wäsche, die andere mit weniger, nicht gerade reinerer, indessen doch bevorzugterer. Ja und es heißt doch: Kleider machen Leute und feine Wäsche auch! Aber denke dir den schlechten Geschmack meiner Untern; sie transportieren die alte Tante und lassen die Nichte da. Und wie ich zurückkomme,​ da steht die kleine Nichte mit dem schönen schmutzigen Hemd. Schrecklich! Schrecklich! Nun kommt sie hinterdrein,​ oder nach dem Sprichwort: Hinterdrein tanzt Matz, und die kleine Nichte auch.\\
 +<​tab>​Wenn den Brief ein alter Onkel geschrieben hätte, so hätte er seine bedenklichen Seiten und Nichte könnte auf allerlei böse Hintergedanken kommen.\\
 +<​tab>​Indessen habe ich diese nicht. —\\
 +<​tab>​Nun bin ich wieder Wocheninspektor. Kann euch also morgen und die ganze Woche nicht sehn. Habe aber dafür auch nächsten Sonntag großen Spaziergang von 2—7, eine angenehme Aussicht. —\\
 +<​tab>​Gestern bekam ich zwei sehr nette, interessante,​ freudige Briefe von Gustav und Wilhelm, die indessen wie Ihr Euch denken könnt, einen trüben Reflex auf meine Gegenwart in Pforta werfen. Tragen wir es indessen, was zu tragen ist. —\\
 +<​tab>​Mittwoch besuchte ich Tante Rosalie, die mich sehr freundlich aufnahm und mir noch einen Schirm borgte. Diesen werdet Ihr Montag, falls Bergtag sein sollte, hoffentlich der Tante mitnehmen. —\\
 +<​tab>​W. und G. erwarten mich bestimmt in Heidelberg, sichern mir ein Logis für 23 Thl.pro Semester zu, wollen den Rest ihrer Ferien ganz mit Vorbereitungen für meinen Empfang verbringen.\\
 +<​tab>​Sehr freundlich, fürwahr! —\\
 +<​tab>​Ich habe zu arbeiten, daß ich mir mitunter wie eine Eule vorkomme, die des Nachts erst sich ihres Lebens freut. Ich meine nämlich, wenn ich schlafe. Und wenn ich Euch besuchen kann, dann auch.
 +
 +<WRAP right>​Adieu.\\
 +Fritz.</​WRAP>​
 +
 +----
 +===== Ähnlichkeiten mit Aphorismen von Nietzsches =====
 +
 +===== Ähnlichkeiten mit Aphorismen von anderen =====
 +
 +===== Wissenschaftliche Auslegungen =====
 +
 +===== Weitere Verbindungen =====
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de/nietzsche/briefe/1864/bvn-1864_20.txt · Last modified: 2015/09/02 18:23 (external edit)