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de:nietzsche:briefe:1868:bvn-1868_21

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de:nietzsche:briefe:1868:bvn-1868_21 [2015/10/14 17:35] (current)
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 +====== BVN-1868,21 ======
 +==== An Elisabeth Nietzsche in Naumburg ====
  
 +<WRAP right>​[Wittekind,​ 10.Juli 1868]</​WRAP>​\\
 +
 +Liebe Lisbeth,
 +
 +da ich also nicht persönlich zu Deinem Geburtstage erscheinen soll, ja auch kaum erscheinen könnte, so bleibt nichts anderes übrig als die Feder zu nehmen und Dir brieflich anzudeuten, was sich bei derartigen Gelegenheiten mündlich weit besser, ausdrucksvoller und schneller abmacht. Im Übrigen enthält das mitfolgende Buch schon im Titel eine Art Wunsch, den am heutigen Tage zu wiederholen ich nicht für unanständig halte: „Ordnung und Schönheit am häuslichen Herd!“ (wobei es dem Philologen erlaubt ist zu fragen, ob nicht am Ende dies „am“ bloß ein Druckfehler für „und“ ist)\\
 +<​tab>​Hoffentlich ist dies alles vernehmlich genug geredet, so daß ich nicht mit Fibelversen und Kleinkinderstammelanstalten aushelfen muß. Ja es ist auch das, was ich geschrieben habe, schon unnütz, da schon die Thatsache, daß ich am 10t. Juli an Dich schreibe, deutlich ausdrückt, daß ich ein „evviva“ schreien will.\\
 +<​tab>​Seit vorigem Sonntag ist hier alles wesentlich unverändert. Heute feiern wir wieder einmal Brunnenfest. Gestern hatte ich einen überraschenden,​ sehr angenehmen Besuch; als ich gerade aus dem Bade kam, sah ich plötzlich den Dr Klemm (jetzigen Privatdocenten in Gießen) vor mir, der auf einer Reise Leipzig berührt und dort von meinem Aufenthalt in Wittekind durch Ritschls gehört hatte und herüber gekommen war.\\
 +<​tab>​Ich bin die letzten Tage gewöhnlich Vormittags in Halle bei Volkmann gewesen, der sich ein überraschend schönes Haus gebaut hat. Dort bin ich zweimal mit dieser Jodtinktur angepinselt worden: was beiläufig sehr peinliche Schmerzen macht. Doch scheint schon jetzt die Knochenauftreibung geringer zu werden.\\
 +<​tab>​Übrigens bin ich nun auch im Besitz der Kiste und freue mich ihres Inhaltes, auch Deines freundlichen Briefes. Die Bücher freilich, die Domrich zur Ansicht geschickt hat, wäre ich gerne wieder los. Am besten ists, wenn Ihr bald einmal wieder her kommt und sie mitnehmt.\\
 +<​tab>​Heute muß ich aber noch mit besonderen Nachdruck um Geld bitten, ja ich hoffe, daß die betreffende Summe schon auf der Post ist. Bekanntlich bezahlen wir Mittag Sonnabends, und ich habe fast nichts mehr. Zahlt doch das Geld auf der Post ein, es ist dies doch der einfachste Weg.\\
 +<​tab>​Doch muß ich schließen, da die „Mittagsglocke ruft.“ In der Hoffnung daß Du an Deinem Geburtstage mit einem fröhlichen Magen aufstehst, und Dir von der Mamma recht schöne Dinge schenken läßt, verbleibe ich in Wittekind.
 +
 +<WRAP right>​FW.</​WRAP>​
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 +----
 +===== Ähnlichkeiten mit Aphorismen von Nietzsches =====
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 +===== Ähnlichkeiten mit Aphorismen von anderen =====
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 +===== Wissenschaftliche Auslegungen =====
 +
 +===== Weitere Verbindungen =====
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de/nietzsche/briefe/1868/bvn-1868_21.txt · Last modified: 2015/10/14 17:35 by babrak