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de:nietzsche:briefe:1870:bvn-1870_50

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de:nietzsche:briefe:1870:bvn-1870_50 [2015/11/11 17:50] (current)
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 +====== BVN-1870,50 ======
 +==== An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg ====
  
 +<WRAP right>​[Basel,​ 23./24. Oktober 1870]</​WRAP>​\\
 +
 +Liebe Mutter und Schwester,
 +
 +es ist immer noch ziemlich ungemüthlich hier, deshalb wird es Euch nicht wunder nehmen, wenn ich in Unterhaltung mit Euch mich in die verlebten letzten Wochen zurückversetze. Es hat mir nämlich diesmal recht gut in Naumburg gefallen — das ist Euch gewiß nicht unangenehm zu hören, und Basel hat bis jetzt noch nichts gethan, um mir es nur annähernd so erträglich zu machen wie es mir bei Euch ergangen ist. Freilich kam ich nicht in bester Stimmung an. Denn ich hatte den ganzen zweiten Reisetag mit Erbrechen zu kämpfen. Am ersten Tage war ich gegen 12 Uhr Nachts ganz durchfroren in Frankfurt angekommen. Am zweiten, Abends um 8 war ich in meiner Wohnung und bestellte sofort Lindenblüthenthee. Auch heute geht es mir noch nicht gut. — Bei Frau Vogler und Minna habt Ihr starke Dankesgefühle erregt und wirkliche Freude gemacht. Beide lassen durch mich ihre Empfindungen ausdrücken — was denn hiermit geschehn sein soll. Sehr freundlich war der Empfang bei Vischers. Die Frau V. läßt Dir, liebe Lisbeth, sehr für den Brief danken und sie bediente sich dabei für den Brief schmeichelhafter Ausdrücke. Sie wäre bis jetzt zu beschäftigt gewesen, um antworten zu können. Fast hätte sie geglaubt, daß Du wieder mitkommen würdest.\\
 +<​tab>​Sogleich von heute ab habe ich das //​Vergnügen!//,​ das Examen am Pädagogium mit zu erleben. Vischer schien sehr an meinem Eintreffen zu liegen.\\
 +<​tab>​Jetzt ein Auftrag, der in fliegender Eile erledigt werden muß. Ich bekam eben einen Brief von Ritschl (40 cents. weil von Naumburg bis Basel nicht frei gemacht) Er verlangt die //​Correcturbogen//​ des //​Certamen//:​ diese aber habe ich in Naumburg zurückgelassen. Sie müssen ihm sofort, ohne Brief, zugeschickt werden. Adr. Herrn Geheimerath Prof Dr. Ritschl Leipzig Lehmanns Garten.\\
 +<​tab>​Gestern als die Mittagzeit kam und ich hungerte, gieng ich in die drei Könige und aß dort ohne befriedigt zu sein. Monatlich wollen sie dort im Abonnement 75 frc. Das ist mir zu viel: allerdings ist eine halbe Flasche Rothwein eingerechnet.\\
 +<​tab>​Heute habe ich zu Hause gegessen, Minna’s Kochkunst. Es war auch Nichts. — Das Fatalste in den 3 Königen war mir übrigens die durchherrschende französische Gesinnung und Sprache an der großen Tafel.\\
 +<​tab>​In der Kiste ist alles gut angekommen. Alle Packträger schimpften über sie, sie hat sie alle weiß gemacht.
 +
 +<WRAP right>​Nun seid herzlich gegrüßt und bedankt\\
 +von Eurem Fr.</​WRAP>​
 +
 +----
 +
 +Es ist doch eine mächtige Reise. Und theuer, man mag’s machen, wie man will.
 +
 +----
 +===== Ähnlichkeiten mit Aphorismen von Nietzsches =====
 +
 +===== Ähnlichkeiten mit Aphorismen von anderen =====
 +
 +===== Wissenschaftliche Auslegungen =====
 +
 +===== Weitere Verbindungen =====
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de/nietzsche/briefe/1870/bvn-1870_50.txt · Last modified: 2015/11/11 17:50 by babrak